Windows oder Mac fürs produzieren?

Ein großer Streit entzweit die Producer Community. Welches Betriebssystem ist besser zum Produzieren geeignet? Mac OS oder doch Windows? Fakt ist: beide Systeme haben ihre Vorzüge. Wir helfen dir dabei, dich für eins der beiden zu entscheiden.

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Was hast du bereits zu Hause?

Bevor du anfängst dir einen neuen PC nur für die Musikproduktion zu zulegenn, solltest du dich fragen, was hast du bereits? Geld ist eine knappe Ressource und Musik ein teures Hobby. Also bevor du jetzt fleißig mehrere hundert Euro ausgibst, solltest du genau überlegen, ob du wirklich ein neues System brauchst. Ansonsten fehlt dir das Geld am Ende für andere wichtige Dinge, wie zum Beispiel für ein Mikrofon oder Interface. In der Regel ist heutzutage selbst ein 5 Jahre alter Computer für die meisten Projekte geeignet. 

Wenn du bei dir Zuhause schon einen Mac hast noch besser, denn auf diesem kannst du dir kostenlos die digitale Audio Workstation (kurz DAW) Garageband aus dem Appstore installieren. Garageband hat viele Effekte und Voreinstellungen, mit denen du bereits gute Ergebnisse erzielen kannst. 

Falls du schon einen PC Zuhause hast, kannst du diesen auch mit einigen Upgrades verbessern, um ihn auch optimal für die Produktion von Musik nutzten zu können. Es gibt auch einige kostenlose DAWs für Windows, mehr dazu findest du in unserem Artikel zu diesem Thema.

Mac oder Windows was ist günstiger?

Wahrscheinlich denkst du wie viele andere auch, dass Windows Systeme günstiger sind. Das ist auch an sich nicht falsch, allerdings sind die Möglichkeiten bei einem günstigen Notebook oder PC für unter 500 € eher beschränkt. Für einen guten Rechner sollte man schon 1000 € in die Hand nehmen. Bei einem Rechner hat man zudem den Vorteil, später noch Komponenten zu erweitern und den PC zu upgraden.

Preis von PC´s

  • günstiger zu reparieren
  • grundsätzlich geringerer Preis
  • selbst günstige Systeme sind erweiterbar

Preis von Mac’s

  • M-Prozessoren sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • günstige Varianten sehr wenig Speicher
  • sehr geringer Stromverbrauch

Apple verkauft seit 2020 seine eigenen Prozessoren, die einiges geändert haben, denn sie sind nicht nur mega leise, energieeffizient und zu gleich leistungsstark. Nein, sie sind auch verhältnismäßig günstig. So bekommt man zum Beispiel (Stand Q1 2022) einen Mac Mini mit M1 Prozessor schon ab 699 € auf Amazon*, welcher nicht nur genug Power zum Produzieren bietet, sondern auch für Videoschnitt und andere grafische Anwendungen super ausgestattet ist. Das Problem ist nur, dass wenn man sich einmal für Festplattengröße und RAM entschieden hat dies auch nicht per Upgrade erweitern kann, da alles auf einem Chip verarbeitet wurde.

Musik Programme für Mac und PC

Heutzutage gibt es die meisten Digital-Audio-Workstations sowohl für Windows, als auch Mac. Zum Beispiel Cubase, Ableton, FL-Studio, Pro-Tools, Audition, Reason oder Studio One gibt es für Windows, als auch für Mac OS. Für den Mac exklusiv gibt es zusätzlich noch die kostenlose DAW GarageBand und die relativ günstige und professionelle DAW Logic Pro X.

Bei virtuellen Instrumenten und Effekt-Plug-ins sieht es eigentlich genau so aus. Alle Plug-ins, die ich gekauft habe, laufen sowohl auf meinem PC, als auch auf meinem Mac. Man sollte bei den neueren M-Modellen von Apple nur bedenken, dass die älteren Plug-in-Versionen unter Umständen nicht unterstützt werden und man ein kostenpflichtiges Update vornehmen muss. So ging es mir beispielsweise mit einigen Izotope Plug-ins.

In der Kategorie Software lässt sich also kein eindeutiger Sieger feststellen. Wenn du also bisher am PC gearbeitet hast, sollte das zumindest Software technisch kein Problem für dich darstellen auf einen Mac zu wechseln, genau wie umgekehrt. 

Erweiterungsmöglichkeiten von Mac und PC

Dieser Punkt geht ganz klar an den PC. Die neuen Silicon-Chips von Apple sind zwar super in puncto Leistung und Energieverbrauch, aufgrund ihrer Architektur kann man allerdings weder die interne Festplatte noch den RAM erweitern.

Bei einem Windows Stand PC dagegen lässt sich von Netzteil über Festplatte bis hin zu Prozessor und Mainboard alles individuell austauschen und erweitern. Bei Notebooks sieht das ganze meist schlechter aus, aber in der Regel lassen sich auch hier bei Windows Geräten oft Dinge, wie RAM oder Festplatte nach dem Kauf erweitern.

Wer hat mehr Leistung PC oder Mac?

Das hängt natürlich ganz individuell von der Konfiguration ab, aber wenn wir von Leistung im Verhältnis zum Preis sprechen und die Performance vom Musik produzieren gezielt betrachten, dann würde ich schon Mac den Punkt geben.

Apple macht einfach viel richtig, bei seinen M-Modellen. Ich bin erstaunt darüber, wie mein MacBook Pro mit M1-Pro Chip* alle Dinge von Musikproduktion bis in zu Videoschnitt in 4K handeln kann.

Qualität und Design

Für viele Künstler spielen auch Qualität und Design eine wichtige Rolle ihres Computers. Das Gerät sollte beim Transport einiges aushalten und gleichzeitig kein hässlicher schwarzer Plastikklotz sein. In beziehe mich in diesem Punkt eher auf Notebooks, da Standcomputer sich so individuell anpassen lassen, dass es schwer ist, eindeutige Aussagen zu tätigen. 

Auch hier würde ich meinen Punkt wieder an Apple vergeben. Das schlichte Aluminium Gehäuse sieht nicht nur schick aus, es ist auch sehr robust und qualitativ. Meine Schwester nutzt beispielsweise heute immer noch meinen 8 Jahre alten MacBook-Air, welcher nicht nur optisch immer noch einwandfrei aussieht, sondern auch technisch einwandfrei läuft. 

Natürlich gibt es auch qualitativ hochwertige Notebooks mit Windows, aber die meisten handelsüblichen Geräten sind in meiner Erfahrung weder so robust, noch so schick wie MacBooks. Alle Notebooks mit Windows, welche ich in meinem Leben bisher hatte, waren größtenteils nach 3 Jahren komplett hinüber. 

Das bessere Betriebssystem Mac OS oder Windows

Klar hat jeder seine persönliche Präferenz, aber wenn wir versuchen möglichst neutral an das ganze ranzugehen hat auch hier Mac OS die Nase vorn. Aber warum? Ganz einfach MacOS läuft nur auf von Apple gebauten Rechner, was es den Entwicklern ermöglicht das Betriebssystem möglichst perfekt anzupassen, wenn man ein Programm deinstallieren will, muss man es nur in den Papierkorb ziehen und es ist restlos entfernt. Es gibt keine Register, die nach einiger Zeit vorläuft und das System langsamer macht und die meisten Einstellungen lassen sich einfach über ein Menü erreichen. 

Windows dagegen benötigt viel mehr Pflege und teilweise auch Fachwissen, um damit umzugehen. Ich erinnere mich zum Beispiel an ein Moment, wo nach einem Windows Update all meine Waves Plug-ins nicht mehr funktionierten. Ich habe erst nach einem Telefonat mit dem Support herausgefunden, dass man durch das Update gelöschte Service Packs nach installieren musste, um das Ganze wieder zum Laufen zu bringen. In all meinen Jahren mit MacOS habe ich nie eine ähnliche Erfahrung gemacht. 

Nachhaltigkeit von Windows und Mac

Das Thema Nachhaltigkeit spielt für viele Menschen eine zunehmende Rolle auch beim Kauf von neuen technischen Geräten. Dabei gibt es natürlich 2 Punkte zu beachten. Zum einen, wie langlebig ist das Gerät und zum anderen, wie leicht lässt es sich reparieren, wenn es mal kaputtgeht?

Ein Windows Rechner in Form eines Stand PCs lässt sich super leicht reparieren und ermöglicht dazu, die meisten Komponenten auch noch in Jahren zu benutzen und nur einzeln Dinge zu erweitern. Bei Notebooks kommt es natürlich immer ganz darauf an, um was für ein Gerät es sich handelt. 

Macs, besonders die neuen M-Modelle lassen sich leider kaum bis garnicht reparieren, was sie in diesem Punkt nicht besonders nachhaltig macht. Durch die System on a Chip Technologie muss also das gesamte Logicboard (so heißt das Mainboard bei Apple) bei einem Defekt ausgetauscht werden. Die Kosten ohne Versicherung oder Garantie belaufen sich hierbei auf einen wirtschaftlichen Totalschaden.

Ich kenne dagegen aber auch viele Leute, die einen 8 Jahre alten Mac nutzen und nur wenige, die einen 8 Jahre alten PC nutzen. Apple Geräte halten oftmals sehr lange und bestehen aus nachhaltigeren Materialien. Wie viel davon Werbung ist und wie lange die neuen M-Geräte wirklich halten, kann allerdings nur die Zeit sagen, weshalb der Punkt hier an Windows geht. 

Sicherheit Windows vs. Mac

Dieser Punkt geht wieder an Mac. MacOS bietet mehr Sicherheit zum einen, weil es weniger komplex ist und zum anderen, weil die meisten Computer dieser Welt auf Windows laufen und Hacker daher viel lieber Viren und Schadsoftware für Windows entwickeln. Ganz klar zu empfehlen ist aber bei deinem Studio PC erst überhaupt nicht ins Internet zu gehen, so ist dein System am sichersten, denn auch ein Mac kann angegriffen werden. 

Lautstärke von Windows und Mac Systemen

Ja, auch die Lautstärke ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei der Musikproduktion. Nichts ist schlimmer, als ein lauter Lüfter rauschen auf der Aufnahme oder ein ständiges Surren beim Abmischen über Lautsprecher. 

Ich selbst nutze bei meinem Windows PC im Studio daher ein Netzteil und Gehäuse der Marke be quiet*. Das Gehäuse sorgt dafür, dass der PC möglichst leise ist, aber natürlich kann man die Lüfter im inneren dennoch hören. Abhilfe kann man sich da nur schaffen, wenn der PC in einem Nebenraum steht.

Obwohl sich viel optimieren und anpassen lässt, geht der Punkt dennoch wieder an Apple, solange wir von den neuen M-Prozessoren reden. Ich habe in diesem Artikel bereits oft schon, die Apple Silicon Prozessoren gelobt, aber gerade in Sachen Lautstärke sind die Geräte mucksmäuschenstill. Bei meinem MacBook Pro habe ich bis heute nie einen Lüfter angehen hören, obwohl er welche besitzen soll. Das Gerät macht keine hörbaren Geräusche und ist meiner Meinung nach daher perfekt für die Musikproduktion geeignet. 

Fazit

Was ist besser zum Musik produzieren, Windows oder Mac? Für mich persönlich gewinnt Mac. Viel zu viel Zeit habe ich in meinem Leben schon mit irgendwelchen Software Macken von Windows-Systemen verbracht und viel zu gut weiß ich, wie zuverlässig man mit so einem Mac arbeiten kann. 

Jedem, dem professionelles Arbeiten mit seinem Gerät wichtiger ist, als damit zusätzlich noch zocken zu können und jedem, dem ein stabiles System wichtiger ist, als eins, dass man modifizieren und erweitern kann, empfehle ich einen Mac.

Wenn man sich dagegen optimal mit Windows auskennt, sein System erweitern will und auch vereinzelt mal eine Runde zocken möchte, empfehle ich sich ein Windows System zu holen.

Es gibt bei dieser Frage ehrlicherweise auch keinen eindeutigen Sieger. Viel mehr ist es eine Frage der persönlichen Präferenz, als auch vom Geldbeutel. Sowohl Apple als auch Windows Systeme haben eine Daseinsberechtigung in der Musikproduktion. Jedem Musiker, der über einen neuen Computer nachdenkt, kann ich aber empfehlen sich unbedingt mal bei Apple umzuschauen und eventuell mal einen der neuen M-Macs auszuprobieren. Ich denke, du wirst nicht enttäuscht 😉

Häufige Fragen zu Windows oder Mac zum Musik produzieren

Ist der Umstieg von Windows auf Mac schwierig?

Nein, jeder der gut mit einem PC umgehen kann wird auch keine Schwierigkeiten haben mit einem Mac. Einige Tastenkombinationen sind anders und einige Dinge in der Bedienung sind anders, als man es kennt. Wenn man allerdings einige Wochen mit dem System arbeitet.

Sind Mac’s wirklich so Plug and Play, wie man immer sagt?

Zumindest, was die Musikproduktion an geht kann ich das nur bestätigen, jedes Midi Keyboard und jedes Interface, welches ich bereits an meinem Mac benutzt habe benötigte weder eine Einrichtung, noch einen Treiber. ASIO gibt es nicht auf dem Mac und generell scheint alles etwas einfacher zu sein.

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Über den Autor: PDHBeats

Paul Welke aka. PDHBeats produziert bereits seit über 10 Jahren Beats. Er lebt in Frankfurt (Oder), wo er 1995 auch geboren wurde.

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